Die Aktion

Der Maler Ernst Eitner, die HOCHBAHN und die Hansestadt

Seit 100 Jahren prägt die HOCHBAHN Hamburg. 1912 brachte Sie das Mobilitätszeitalter ins Rollen und wurde so zu einem unverzichtbaren Begleiter des großstädtischen Lebens – und zu einem Thema, das auch die Hamburger Künstler bewegte.

Diese Ausstellung zeigt Werke des Hamburger Impressionisten Ernst Eitner, der nicht nur stimmungsvolle Bilder der Landschaft von der Alster bis zur Elbe schuf, sondern auch das „Alltagsgesicht“ seiner Heimatstadt – Menschen und Maschinen bei der Arbeit – auf die Leinwand brachte.

So wurde er ein Chronist des technischen Fortschritts und der Wandlung Hamburgs zur Metropole im frühen 20. Jahrhundert.

Als einer der Ersten setzte er sich ab 1912 mit der Ringlinie, Hamburgs erster U-Bahn-Strecke, und dem späteren Bau der Erweiterungen in Ohlsdorf und Klein Borstel künstlerisch auseinander. Fasziniert von der Modernität und dem technischen Fortschritt, stellte Eitner den Bau von Brücken und die dabei eingesetzten dampfbetriebenen Maschinen ebenso in den Mittelpunkt seiner Bilder wie die fertigen Haltestellen und deren Umgebung.

Den Bau der Langenhorner Bahn, die 1915 fertiggestellt wurde, wegen des Ersten Weltkrieges aber erst 1921 vollständig in Betrieb ging, konnte er sogar direkt vor der eigenen Haustür verfolgen und hielt ihn schließlich in Zeichnungen und Holzschnitten fest.

Begleiten Sie uns hier auf einer eindrucksvollen Zeitreise: Erleben Sie das Hamburg des frühen 20. Jahrhunderts im Rahmen eines spannenden Zusammenspiels zwischen ausgewählten Werken des Künstlers und zeitgenössischen Fotografien ähnlicher Szenen oder nahe gelegener Orte aus dem HOCHBAHN-Archiv.

Ernst Eitner 1953

Ernst Eitner 1953

Der Künstler

Ernst Eitner (1867-1955) - Der „Monet des Nordens“

Eitners künstlerisches Wirken

Die Grundlagen für sein künstlerisches Handwerk legte Ernst Eitner mit einer lithografischen Ausbildung und dem Besuch der Gewerbeschule am Steintor. Seine Fähigkeiten entwickelte er anschließend als Schüler der Akademien in Karlsruhe, Düsseldorf und Antwerpen sowie auf diversen Studienreisen weiter, unter anderem in Norddeutschland, Norwegen, Italien und Frankreich. Eitner knüpfte weitreichende Kontakte zu anderen Künstlern, insbesondere zu Arthur Illies, Friedrich Schaper, Arthur Siebelist, Paul Kayser und Thomas Herbst, und gründete schließlich gemeinsam mit ihnen den „Hamburgischen Künstlerclub“. Gefördert wurde dieser Zusammenschluss junger Künstler von Alfred Lichtwark, dem ersten Direktor der Hamburger Kunsthalle. Ihm schwebte die Realisierung einer Freilichtmalerei-Schule vor, nach dem Vorbild französischer Impressionisten. Die Künstler forderte er auf: „Meine Herren, malen Sie hamburgische Landschaft!“.

So entstanden lichterfüllte, farbintensive Bilder zunächst von hamburgischen Landschaften, später auch von Alltagsszenen und dem technischen Fortschritt der Stadt. Im ausgehenden 19. Jahrhundert schmähten das Hamburger Publikum und die Presse die Bilder Eitners noch wegen der nicht dem Zeitgeist entsprechenden, revolutionären Lichtmalerei als „Schmieralien“, „Farb-Orgien“ oder „Spinat mit Ei“. Eitner aber blieb sich und seinem Stil mit dem Vorbild des französischen Malers Claude Monet, dem Mitbegründer des Impressionismus, treu und wurde zu einem bedeutenden Chronisten Hamburgs. Darüber hinaus leistete er damit einen wegweisenden künstlerischen Beitrag zur Entwicklung des deutschen Impressionismus.

Heute sind Werke Eitners, der auch als „Monet des Nordens“ bezeichnet wird, in zahlreichen Privatsammlungen sowie in allen großen norddeutschen Museen vertreten – so auch im Museum für Hamburgische Geschichte. Schauen Sie doch mal vorbei!

Biografie Ernst Eitner

1867 am 30. August in Hamburg geboren. Sein Vater Alexander Eitner,
ein Tischler, stammte aus Schlesien, seine Mutter Sophie Wegener aus
Mecklenburg. Besuch der Volksschule in Barmbek-Uhlenhorst
1881 Lithografenlehre bei Fa. Schöpel am Wandsbeker Stieg
1882 Besuch der Gewerbeschule am Steintor
1886 Stipendium der Stadt Hamburg für ein Studium an der Akademie in
Karlsruhe bei Gustav Schönleber
1888 erneuter Besuch der Gewerbeschule am Steintor
1892 Besuch der Akademien in Karlsruhe, Düsseldorf und Antwerpen
1895 am 12. November Heirat mit Antonia Bißling in Lübeck
1897 Gründungsmitglied des „Hamburgischen Künstlerclubs“
u.a. mit Julius von Ehren, Arthur Illies und Paul Kayser
1899 Geburt des Sohnes Georg
1904 Geburt der Tochter Maria
1905 Mitglied der „Vereinigung nordwestdeutscher Künstler“
1906 Gründung der „Vereinigung für Kunstpflege in Hamburg“
1908 Geburt des Sohnes Alexander
1917 Verleihung des Professorentitels durch den Hamburger Senat
1937 Ausstellung zum 70. Geburtstag in der Hamburger Kunsthalle
1942 Gewährung einer Ehrenrente durch den Hamburger Senat
1945 Tod der Ehefrau Antonia
1947 Ausstellung des grafischen Werks in der Hamburger Kunsthalle
1955 am 28. August in Hummelsbüttel verstorben

Kunstwerk

Damals

Heute